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10.09.15

sturmvogelfrei

I will survive - Gloria Gaynor

Postkarte aus Bullerbü, Schweden

Meine lieben Leser,
sechs Wochen gefüllt mit Abenteuern. Schöne Erlebnisse, auf die ich zurück blicken und sagen kann: Ja, das hat mir gefallen. Ja, ich möchte gerne ähnliches noch einmal erleben dürfen. Viele Lichtblicke meiner Schulferien möchte ich euch zeigen, da ich Unmengen von Fotos mit meiner niegelnagelneuen Kamera geschossen habe. Schön sind sie geworden, sie zeigen Teile meiner Ferien, doch um die ganzen Ferien zu dokumentieren, hätte es tausende, wenn nicht hunderttausende von Momentaufnahmen gebraucht, um euch auch nur einen Bruchteil zu zeigen. Für die schönsten aller Bilder habe ich mich entschieden, habe mir überlegt, wie viele ich auf meinem Blog zeigen werde. Ich möchte euch nicht länger auf die Folter spannen: Achtung, Bilderflut!

01.08.15

Rote Karte für...

I won't let you down (Duke Squad)

Lars Ruppel!
Also auf ihn mit Gebrüll!

Das war natürlich nicht so. Keiner der Jungs und Mädchen, die bei dem Poetry Slam im Gazi-Stadion mitgewirkt haben, haben eine Gelbe oder Rote Karte einkassiert. Es war eher ein Witz der Veranstalter, da diese Erlaubnis der Stuttgarter Kickers bekommen hatten, dass sie für diesen einen Abend das Stadion für den Slam benutzen durften.


Wahnsinn, dass ich das miterleben durfte! Es ist zwar schon mehr als eine Woche her, doch ich musste euch unbedingt davon erzählen -- zum Geburtstag habe ich von meinen Eltern eine Karte für den Poetry Slam im Gazi-Stadion bekommen. Dies war nicht mein erster Slam, denn ich besuche regelmäßig den Kellerklub-Stuttgart. Während den Slam-Nights dürfen auch Minderjährige diesen Klub besuchen.


Seit langem bin ich von der Slamitis infiziert, und das ist auch gut so. Es ist keine schlechte Krankheit, sie tut sogar gut! Etwas Kultur hat Stuttgart noch nie geschadet; klar, ein Poetry-Slam wird oftmals nur als "Treffen von Gedichtliebenden in düsteren Kellern" bezeichnet, doch das stimmt nicht. Ein Poetry Slam ist so viel mehr. Sieht selbst:


Vielen Dank übrigens an all euch! Vielen Dank für 45 liebe Leser, die mir regelmäßig Kommentare schreiben. Vielen Dank, ihr gebt mir die Energie, die in mir den letzten Wochen gefehlt hat. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ihr euch in den letzten Wochen fast verdoppelt habt. Ich bin euch so dankbar, dass kann man gar nicht in Worte fassen! Dankeschön.

15.07.15

mein Herz läuft mir davon

Sleeping at Last (Jupiter)


Lieber Finn,

Oft ist Liebe unerreichbar, so weit weg, dass man sie nicht spüren kann. Eine Armbreite zu weit entfernt, sodass man es nur noch unscharf sieht. Ich bin deine "Heldin", bin anscheinend das, was du jetzt brauchst. Vielleicht brauche ich dich nur nicht, vielleicht tust du mir einfach nur zu sehr weh. Ich kann das nicht, ich muss mir sicher sein, dass du mich liebst. Wenn du mir mal sagst, dass du mich liebst, und dann mich schon wieder hasst, ist das zu kompliziert für mich. Die Sicherheit verschafft mir Abstand zu der Wahrheit.

Ich weiß nicht was ich jetzt machen soll. Soll ich jetzt weinen und dir sagen, dass ich dich liebe? Ich fühle so nicht. Ich liebe dich nicht. Ich spiele nicht. Ich sage einfach die Wahrheit. Das verstehst du nicht? Ich habe es bis vor kurzem auch nicht verstanden. Es tut mir leid deine Zeit verschwendet zu haben, doch ich war mich nicht sicher. Ich glaube ich brauche eine Pause von dir. Eine Pause gibt oft genug Zeit um über alles nachzudenken.

Früher war Liebe wie Magie für mich. Jetzt ist es das abscheuliche Wesen, dass ich nicht mehr verstehen kann. Vielleicht liegt es daran, dass ich nie einen Freund hatte sondern mich immer nur in Jungs verliebte, die ich nicht haben konnte. Eventuell habe ich es mir einfach selber kaputt gemacht. Magie ist nicht endlos. Und das ist Liebe auch nicht. Ich glaube, dass manche Menschen nicht dafür geboren sind zu lieben. Ich hoffe ich bin dafür geboren jemanden lieb zu haben. Doch es fällt mir schwer, ich lasse nicht gerne jemanden zu nahe an meine Seele heran. Und das ist das große Problem. Ich kann meine Gedanken zwar in Worte fassen, meine Gefühle aber nicht und deshalb klinge ich verbittert, doch das ist nicht der Fall. Ich brauche einfach Zeit um mich selbst zu finden. Wenn du das zum ersten Mal in deinem Leben verstehen würdest, dann wäre so viel leichter. Du verstehst mich nicht. Und deshalb möchte ich, dass du mich in Ruhe lässt. Lass deine Teufelskrallen bei dir. Sieh mich nicht an. Ich bin kein Museumsobjekt. Ich bin verdammt noch mal ich!

Es war einmal schön mit dir,
doch es ist vorbei.

Kyee

05.07.15

quit messing around with me

What I did for Love (David Guetta)


Niemand ist ohne Grund eiskalt,
merk dir das!
Zu viel erlebt, zu viel verdrängt.
Irgendwann explodiert es dann.
Tagebucheintrag, 4.7.2015

28.06.15

Es gibt keinen Unterschied zwischen Elefanten und Mäusen

"The kids of tomorrow don't need today,
when they live in the sins of yesterday" - Billy Talent

Titanium (David Guetta feat Sia)

Die letzten Wochen liegen hinter mir, ich freue mich sie verabschieden zu können. 2 Wochen vollgestopft mit Klassenarbeiten, Referaten und Tests. Jetzt habe ich kurz Zeit zum durchatmen. Und dann geht es auch schon weiter mit den letzten Klassenarbeiten des Schuljahres. Es steht eine Menge an die nächsten Wochen, doch ich könnte nicht sagen, dass ich mich nicht darauf freue. Denn das wäre nicht wahr. Ich freue mich auf die Sommerferien, auf das Projekt14 im Waldheim, und auf die endlosen Tage ohne Sachen, die ich zu tun habe. Manchmal braucht man einfach etwas, dass einen aufspringen lässt und einem den Grund gibt alles stehen und liegen zu lassen.

17.06.15

Sturm in deinen Augen

Lichtermeer (Sleepless)


Spür das Reißen in deiner Brust und du wirst schon wissen, dass dein Herz gebrochen ist.

15.06.15

Wenn ich nun klug wäre

(Es gibt noch genügend Platz für dich!)

Gedanken und Erinnerungen schwellen zusammen und bilden einen großen Kloß. Ach, wie ich das Gedränge vermisse, obwohl ich es normalerweise hasse. Wie schön war es in der Bahn von Fremden angesprochen zu werden! Die Erinnerungen an den Kirchentag 2015 in Stuttgart werde ich niemals verlieren, denn es war einfach zu schön um wahr zu sein! Viel zu schnell verging diese eine Woche voller Fremdenfreundlichkeit, und danach fuhren auch die U-Bahnfahrer einfach weiter, obwohl jemand angerannt kam.

Außerdem besuchte ich meinen ersten Poetry Slam, dass bedeutet, eigentlich besuchte ich 4 in der Zahl, nur an verschiedenen Tagen. Der Kirchentag bestand für mich aus einem Poetry Slam pro Tag. Nun kann auch ich sagen, dass ich süchtig bin. Ich freue mich natürlich schon auf den Kirchentag 2017 in Berlin!

12.06.15

IT'S (NOT) TOO FAR AWAY

Sometimes pictures say a lot more than words.
They can describe something in way less than a word.
They describe me. And how I feel.

Ihr Lieben,
Ich glaube die Bilder sagen alles aus. Sie beschreiben die Zeit, die ich verbracht habe zu träumen und mir etwas auszumalen, dass die passieren kann. Trotz allem habe ich dazugelernt und neues erfunden. Ich würde niemals diese Zeit vergessen wollen. Trotzdem fängt bald ein neuer Zeitabschnitt in meinem Leben an. Ich muss mir über Dinge klar werden, die ich gerne aus meinem Kopf verbannt habe. Ich muss mich für einige Sachen entscheiden, die mir wichtig sind. Und dann, dann muss ich auch noch einen Platz finden, an dem ich meine Gedanken aufbewahren kann. Ich habe viele Ziele und Ideen - diese werden hoffentlich auch einen Platz finden. Ich werde meiner Fantasie freien lauf lassen, mir nichts sagen lassen. Und das wichtigste von allem: Ich werde zum ersten Mal seit langem wieder Ich sein dürfen.

05.06.15

SCREAM MY NAME

Ein Teil von meinem Herzen, Jonathan Zelter

Can we pretend that airplanes in the sky
Are like shooting stars?
Zitant aus Airplanes, B.o.B


Die volle Wahrheit, wieso ich dich mochte. Wirklich die volle – der Schlag den du mir verpasst hattest, und dann die Sterne, die vor meinen Augen tanzten. Ich verziehe mich nach draußen, und beobachte die konfuse, kleine Welt dort drinnen. Wenn alles mit den Füßen getreten wird bin ich immer noch dort draußen und warte darauf, dass das Chaos sein Ende nimmt. Nachdem wir uns beruhigt hatten, kamst du auf mich zu und fragtest mich was los sei, ob mir unser Abend nicht gefallen hätte. Ich war geshockt, überrascht, dass du nicht mitbekommen hattest wie du mir mein Herz brachst. Die Szene meinte ich aber gar nicht, dass war es ja gerade – es war wie in einem Daily, welches ein Regisseur am Ende des Drehtages anschaut. Immer und immer wieder. Dein makeloser Schrei, dreimal hintereinander aus verschiedenen Blickwinkeln. Meine Tränen, zehnmal hintereinander, als könntest du sie nicht oft genug sehen. Ich sehe die Szene noch genau vor mir; du mit deinem selbstgefälligen Lächeln und ich wie ich verloren dastehe und nicht weiß was ich jetzt tun soll. Und dann, dann dein Ausraster, als wolltest du mir zu verstehen geben, dass ich nichts zu sagen hätte in unserer Beziehung.

Ich liebe dich nicht mehr. Natürlich nicht.

Ich will nicht mit einem Tyrann zusammen sein. Ich habe ein Recht auf Freiheit. Freiheit. Dieses wunderschöne Wort, ein Bruchteil eines Satzes aus längst vergangenen Zeiten. Ich überlegte lange, ob du es wert wärst um für dich zu kämpfen. Mein Herz musste die Stadt verlassen, denn es hielt es nicht mehr aus mit dir. Doch dann diese eine Szene in unserer überaus komplizierten Liebesgeschichte brachte mich zum Zweifeln. Entweder du fühlst es oder du fühlst es nicht. Und jedes einzelne Kennzeichen deiner Reaktionen brachte mich zur Vernunft. Natürlich fühlst du es nicht. Pech für dich wenn du versuchst das hier zu verstehen. Ich gebe dir ja nicht einmal die Chance jenes zu verstehen. Ich brauche dein Verständnis nicht. Bevor ich gegangen war, schautest du mich an, nicht sicher, ob du mir noch auf Wiedersehen sagen wolltest, doch du schautest mich an, als hättest du deinen Text vergessen. Vielleicht war das auch gut so. Es hätte nur Gefühle hervorgerufen, die ich nie wieder sehen und fühlen möchte.

Alle hatten sie Glitzer im Gesicht, wie Sternenstaub aus vergangenen Zeiten. Sie sahen aus, als wollten sie feiern, dass es zwischen uns aus war; sie nahmen mich in ihre Mitte und tanzten fröhlich umher. Gewaltig wie ein lauter Ruf tratst du dann auf, auf der Bühne hattest du alle Selbstsicherheit weggelegt. Trotz allem sahst du aus, als bereuest du nichts. Und das war gut so. Denn ich selber bereue es auch nicht, denn wie ein Song trat er in das Haus und in mein Leben.


Ich traute mich nicht auf ihn zuzugehen, doch er übernahm es für mich. Langsam ging er auf mich zu, hatte ein freundliches Lächeln im Gesicht, und fragte mich wie es mir ging. Hätte ich sofort geantwortet, wäre es ein Stottern gewesen, doch ich lies mir Zeit und überlies meinem Kopf die Macht.

„Mein Name tut nichts zur Sache.“

Du musstest lachen, und dein Lachen war perfekt. „Ich habe dich nicht gefragt wie du heißt, ich habe dich gefragt wie es dir geht.“ Leise dachte ich, dass du genauso perfekt wie dein Lachen bist, aber laut sagte ich: „Manche Dinge muss man vorher klarstellen.“ Wieder dein perfektes Lachen. Obwohl, was ich meinte war eher – umwerfend! Ein umwerfendes Lachen, dass mich in seinen Bann zieht. „Möchtest du tanzen?“, fragte er mich, als wäre das das Einfachste in der ganzen Welt. Ich zögerte. Mein Herz war gerade geheilt, doch ich mochte Risiken. Diese Risiken waren Grund weshalb mein Herz immer und immer wieder zusammen genäht werden musste. Doch ich war bereit. Bereit dazu nochmal von ganz Vorne das Ganze zu probieren. Du nahmst meine Hand, als wäre es das Selbstverständlichste in der Welt. Und dabei zuckten deine Armen hin und her, als könntest du dich nicht entscheiden, ob du mich nun umarmen würdest oder nicht. Als die Lichter ausgingen bemerkte ich es – das Klopfen in meinem Herzen. Ich würde mir so viel Zeit geben wie ich brauche.

26.05.15

JUMP BACK TO STRASBOURG

The Time to Sleep - Marble Sounds

You call me trouble,
I call you love.
That's why I started to love you.


Fast eine ganze Woche ist es nun her, dass ich zurück aus Straßbourg bin. Ich muss sagen, ich vermisse die Stadt mit ihren engen Gassen und tollen Märkten und Geschäften sehr. Mein Französisch ist in meiner Gastfamilie sehr viel besser geworden. Das freut mich, denn nun ist auch der Französisch Unterricht spannender geworden – ich will natürlich noch einmal zurück nach Straßbourg! (Achtung Bilderflut)



Am ersten Feiertag fuhren wir trotz anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Bus los und kamen nach einer langen Fahrt in Straßbourg an. Dort gingen wir mit unseren Gastfamilien nach Hause und aßen dort auch zu Abend. Die Proben waren lang, dass heißt, wir haben am ersten, ganzen Tag in Straßbourg fast 8 Stunden geprobt, doch es hat auch etwas gebracht – das erste Konzert am nächsten Tag lief mit dem Straßbourger Orchester zusammen sehr gut. Am Tag des Konzertes fuhren wir mit der Tram in die Stadt und erkundeten die Stadt im Regen. Dies war nicht so schlimm, doch leider verwischten meine Bilder so, da ich versuchte dem Regen „auszuweichen“.



Den dritten Tag verbrachte ich in meiner Gastfamilie, welche auch einiges geplant hatte – wir fuhren gemeinsam (meine Austauschpartnerin, ihr Bruder und ihre Eltern) mit dem Fahrrad in die Stadt, trafen an der großen Kathedrale noch eine andere Gastfamilie und erkundeten zusammen noch andere Teile von Straßbourg. Am Nachmittag fuhren wir nach Preuschdorf im Elsass und spielten dort ein weiteres Konzert. In den Pausen spielte ich mit den Franzosen Fußball, wobei mir auffiel, dass die französischen Jungs nicht daran gewöhnt waren, dass ein Mädchen in ihrem Alter mit ihnen Fußball spielt und auch kein Problem damit hat, dass ihre Ballerinas ihr von den Füßen rutschen wenn sie mit ihrem Gegner um den Ball kämpft. Der deutsche Cellist, mit dem ich auch im Bus zusammen saß, „verbündete“ sich mit mir, und wir spielten zu zweit gegen zehn Franzosen. Und – oh Wunder! – haben wir auch gewonnen. Zwar knapp, doch wir haben gewonnen.


Ansonsten verspüre ich schon wieder das Gefühl, dass ich in meinen zweiwöchigen Pfingstferien unbedingt mehr unternehmen sollte, als in meinem Zimmer zu sitzen und für die Schule zu arbeiten (und nebenbei die Selection-Stories auf CD durchzuhören und ab und an etwas Deko für mein spärlich gestaltetes Zimmer zu basteln). Meine Deutsch-Interpretation zu der Geschichte „Lukas, sanftmütiger Knecht“ von Siegfried Lenz habe ich noch immer nicht fertig. Ich habe zwar mein eigenes Ende dazu geschrieben (und übrigens auch vor ein Paar Tagen gepostet), doch ich habe eigentlich keine Lust die ganzen Ferien damit zu verbringen für die Schule zu lernen. Zum Glück hat meine Mutter mich ab Morgen für ein 4-tägiges Tennis-Camp angemeldet, sodass ich nicht in meinem Zimmer verschimmeln werde.



18.05.15

HELLO AGAIN


I said that love never goes away.
I was right. Maybe.
And Maybe I was right
that I could never leave you behind...

Ich bin wieder da. Allerdings mit einem anderen Blognamen. Es ist kein Neustart. Und auch kein Versuch etwas Neues heranzubringen. Eigentlich war ich zufrieden mit meinem alten Namen, doch ich fand ihn zu 0815-mäßig. In der Schule ist momentan einfach sehr viel los, und ich schaffe es auch eigentlich gar nicht die vielen Kommentare zu beantworten. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich habe allerdings ein Ausschnitt von meiner Deutsch-Hausaufgabe, bei welcher die eigentliche Aufgabe war, einen Text fertig zu schreiben. Dies ist nun was dabei herauskam...

Ich wusste nicht, was nun passieren würde. Die Männer umringten mein Auto, langsam kamen sie näher heran. Ich traute mich nicht mich zu bewegen. Ich griff nicht zu meinem Revolver, ich blieb wie versteinert an dem Steuer meines Autos sitzen. Ich schaute mehrmals zu Lukas, doch er schien meinem Blick auszuweichen. Er wollte nicht zugeben, dass er mehr als 14 Jahre mit mir in einem Haus gelebt hat. Immer wieder geisterte mir dieser Satz in meinem Kopf herum. „Vierzehn Jahre sind es her... Vierzehn Jahre...“ Ich konnte es immer noch nicht fassen. Lukas, mein Knecht. Der sanftmütigste von allen. Lukas! Ich hätte das niemals gedacht!

Ein Klopfen an der Windschutzscheibe ließ mich aus meinen Gedanken schrecken. Ich riss meine Augen weit auf und starrte die Person an, die immer noch vor der Scheibe stand. Es war Lukas. Mein sanftmütiger Knecht seit vierzehn Jahren. Er klopfte ein zweites Mal. Langsam ließ ich meine Augen zu seinem Panga-Messer hinunterschweifen, welches er immer noch in seiner Hand hielt. Er schien meinen Blick zu bemerken, denn er legte es vor sich auf den Boden. Es schien mir, als wäre das ein Signal für die zwanzig anderen Männer, denn sie legten ihre Panga-Messer wie Lukas vor sich auf den Boden. Mir war nicht bewusst, was ich tat, doch ich stieg aus dem Auto und kam den Männern entgegen. Es war als würde eine Zauberhand mich zu ihnen schieben, denn ich konnte nichts dagegen tun. Kurze Gedankenfetzen liefen wie ein Kurzfilm in meinem Kopf ab: „Magie...Sie können zaubern....Sie verhexen mich....“ Doch nichts davon war wahr. Ich wusste es, und noch dazu fühlte ich es. Ich war es, der sich dafür entschied zu ihnen zu gehen. Natürlich hätte ich in meinem Auto sitzen bleiben oder weiterfahren können, doch ich hatte mich bewusst dagegen entschieden.

Ich nickte Lukas zu, und er schien meinem Blick zum ersten Mal nicht auszuweichen. Die Männer schwiegen noch immer. Mir kam das Ganze komisch vor, und ich wollte so schnell wie möglich zurück zu meiner Familie. Also trat ich einen Schritt zurück und schluckte. Mein Hals war trocken und ich musste husten. Diese Wüste war nun einmal nicht für mich geschaffen, und mein Körper hat sich noch immer nicht dem Wetter angepasst. Ich beugte mich zurück in Richtung Wagen und ich sah, wie sich die Körper der Männer anspannten, als hätten sie mit etwas zu tun, dass jederzeit wegrennen könnte. Langsam nahm ich den Revolver hinaus und legte ihn zu den anderen Waffen auf den Boden. Die Körper der Männder schienen sich wieder zu entspannen.

„Ich weiß nicht weshalb ihr hier seit, doch ich bin nicht gekommen um euch Schaden hinzuzufügen.“ Meine Worte hallten wie ein Echo zwischen den Männern und den Bambusbäumen entlang und kamen zu mir zurück. Die Männer nickten einander zu, und auch aus diese Nicken konnte ich nirgendetwas erkennen. Kein Gefühl, keine Mitteilung. Ich deutete auf den Wagen und dann zurück auf mich. Die Männer nickten ein weiteres Mal. Es kam mir komisch vor, dass sie kein Wort sagten. Vielleicht konnten sie ja gar nicht die Sprache die ich sprach. Es hätte mich nicht gewundert – lernten wir nicht von Anfang an, dass die Kikujus Einzelgänger waren und sich nicht integrieren wollten? Lukas war eine Ausnahme gewesen, doch auch er hatte nur wenig gesprochen in den vierzehn Jahren die er bei mir war. Ich stolperte zurück zu meinem Auto, ließ den Revolver liegen und überlegte mir, was ich nun tun würde, wenn doch noch ein Überraschungsangriff kam. Doch nichts destrotz passierte. Lukas hatte lediglich die Waffe von dem Boden aufgehoben und winkte mir. Auch die anderen Männer hatten ihre Hände erhoben und winkten mir zu. Ich startete den Motor, schaute auf die Feuerspur, die ihren Weg in Richtung Sünden bahnte und fuhr los. Was für ein komisches Zusammentreffen. Ich wusste noch immer nicht, worauf die Männer da waren, doch ich würde es auch nicht herausfinden.

09.05.15

YOU SCARE ME

 I Can't Make You Love Me by Dave Thomas Junior

All these memories scare the hell out of me.
I can't move, can't breathe.
I need you to come back. Right now.
 Ausschnitt aus meinem Tagebuch, 28.06.2014